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Im Rahmen der Tagung Gesunde Schule Tirol 2026 haben sich Pädagoginnen und Pädagogen im Feber einen Tag lang intensiv mit dem Thema „Schule als bester Ort – Resonanzraum für Wandel“ auseinandergesetzt.
Pädagoginnen und Pädagogen sind in ihrem Beruf mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. So konzipieren sie individuelle Förderangebote, betreuen Kinder und Jugendliche auch in außergewöhnlichen Lebenslagen und sind gefordert, pädagogische Zielsetzungen, Wünsche und Erwartungen von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern bestmöglich miteinander in Einklang zu bringen. Nicht zuletzt haben zahlreiche Krisen gezeigt, dass Lehrpersonen nicht nur Lehrstoff vermitteln, sondern dass insbesondere ihre soziale Rolle und gesellschaftliche Verantwortung in der Lebenswelt Schule von großer Bedeutung sind.
Schulen sind lebendige Orte und Resonanzräume für gesellschaftliche Transformation. Es sind Orte, an denen Zukunft entsteht. Sie wirken in ihr Umfeld hinein und spiegeln zugleich die Herausforderungen unserer Zeit wider. Im Zentrum der diesjährigen Tagung stand die Frage, wie Gesundheit als Brücke und Motor für Wandel wirken kann. Ausgehend vom One-Health-Konzept, das die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als untrennbar miteinander verbunden versteht, sowie den Inner Development Goals (IDGs) als integrativem Modell für persönliche und gesellschaftliche Entwicklung wird Schule als Schlüsselort für nachhaltige Transformation betrachtet.
Das Vormittags-Programm bestand aus zwei spannenden Impulsvorträgen: Den Start machte Frederik Nelting, Coach, Trainer, Dozent und Begleiter in Transformationsprozessen. Er versteht sich als Impulsgeber an der Schnittstelle von Gesundheit, Bildung, Psychologie und Wandel. In seinem Impulsvortrag ging er im Besonderen auf neue und praxisnahe Perspektiven des Wandels ein sowie darauf, wie innere Klarheit, Gesundheit und eine bewusste Haltung Veränderungsprozesse nicht nur unterstützen, sondern zur essenziellen Grundlage jeder echten Transformation werden. Im Zusammenspiel von Selbstregulation, Präsenz und Resonanz entstehe somit ein Raum, in dem Entwicklung möglich wird – auch in Schulen, die zu Orten werden, an denen Kinder Schutz, Sicherheit und Entfaltungsräume finden.

HS-Prof.in Martina Überall bei der Präsentation des One-Health-Konzepts (© ÖGK/APA-Fotoservice/Hetfleisch)
Im Anschluss daran stellte Hochschulprofessorin Dr.scient.med. Martina Überall das One-Health-Konzept vor und wie sich dieses spannend in den Unterricht integrieren lässt. Der Vortrag zeigte praxisnahe didaktische Modelle, eröffnete Perspektiven für die Schule als System und gab konkrete Impulse für die direkte Umsetzung.
Am Nachmittag haben sich die Tagungs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer in zahlreichen Workshops mit vielseitigen Themen rund um Gesundheit im Kontext Schule auseinandergesetzt und die schulischen Gestaltungsmöglichkeiten konnten darin vertieft werden.
Moderiert wurde die Tagung Gesunde Schule Tirol 2026 von Gabriele Bogner-Steiner, BEd, MEd von der Pädagogischen Hochschule Tirol. Die Tagung wurde vom Netzwerk Gesunde Schule Tirol (siehe Factbox) organisiert und fand an der Pädagogischen Hochschule Tirol statt.
Statements:
MMag.a Dr.in Cornelia Hagele, Landesrätin für Bildung und Gesundheit:
„Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Schule ist ein gesellschaftlich bedeutender Raum, in dem Kinder und Jugendliche individuell gefördert, begleitet und auch in schwierigen Lebenslagen unterstützt werden. Pädagoginnen und Pädagogen tragen dabei eine große Verantwortung, die weit über den Unterricht hinausgeht. Vergangene Krisen haben gezeigt, wie unverzichtbar diese Rolle für Gesundheit, Stabilität und Zusammenhalt ist. Eine gesunde Schule braucht daher gestärkte und gesunde Lehrpersonen. Die ‚Gesunde Schule Tirol‘ setzt genau hier an und versteht Gesundheitsförderung für alle als Voraussetzung für eine zukunftsfähige Schule.“
Dr. Paul Gappmaier, Bildungsdirektor:
„Eine gesunde Schule ist ein Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen, die hier einen sehr prägenden Lebensabschnitt verbringen, wo sie gerne lehren und lernen, gerne Leistungen erbringen, achtsam und verantwortungsbewusst miteinander umgehen und konstruktiv Probleme lösen. Das Motto der diesjährigen Tagung verdeutlicht die Wichtigkeit und vor allem das Zusammenspiel all dieser Aspekte im schulischen Alltag auf besondere Weise, indem Gesundheit, Umwelt sowie persönliche und gesellschaftliche Entwicklung als eng miteinander verbunden betrachtet werden.“
Stefan Greuter, BEd BA MA, Leiter des Instituts für Personal- & Organisationsentwicklung an der PH Tirol:
„Schule als bester Ort und Resonanzraum für Wandel“ – das Motto der diesjährigen Tagung – sollte eines der zentralen Ziele aller in der Bildung tätigen Menschen sein. In einer Zeit, die von Schnelllebigkeit, digitalem Wandel und gesellschaftlichen Unsicherheiten geprägt ist, ist es unser gemeinsames Anliegen, sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche sich gesund entfalten können. Als Pädagogische Hochschule sehen wir es als unsere Aufgabe, Bildungseinrichtungen aktiv in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen und zu begleiten. Im Sinne eines One-Health-Konzepts möchten wir bei Themen der Gesundheitsförderung nicht nur die individuelle Ebene betrachten, sondern entwickeln unsere Angebote ganzheitlich und nachhaltig wirkend für die gesamte Bildungseinrichtung und denken dabei Umwelt und Gesellschaft immer mit. Die Tagung „Gesunde Schule“ zählt zu den jährlichen Highlights unserer Angebote in diesem Bereich. Sie ermöglicht es uns, viele Lehrpersonen zu erreichen, die als Multiplikator:innen in ihren Schulen wirken.“
Bernhard Huter, leitender Angestellter der BVAEB-Landesstelle Tirol:
„Gesunde Schulen brauchen gesunde Lehrkräfte – denn ihre Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für schulischen Erfolg. Nur gemeinsam können wir ein Schulumfeld gestalten, in dem Lehren und Lernen im Einklang mit der Gesundheit aller Beteiligten stehen.“
Werner Salzburger, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses in Tirol:
„Die Schule ist eine prägende Lebenswelt für Kinder und Jugendliche und wirkt als wesentlicher Faktor für die Gesundheit sowie Zufriedenheit weit in ihr Umfeld hinein. Deshalb ist es uns umso wichtiger, mit unseren Projekten dabei zu unterstützen, Schulen gesund zu gestalten und so einen positiven Wandel in diese Lebenswelt zu bringen.“
- Factbox: Netzwerk Gesunde Schule Tirol
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Seit dem Jahr 2000 vernetzen sich unterschiedliche Akteurinnen und Akteure im Arbeitskreis Gesunde Schule Tirol mit dem Ziel, alle Menschen im Setting Schule auf dem Weg zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit der eigenen Gesundheit und der Gesundheit anderer zu begleiten.
Sie verstehen Gesundheitsförderung an der Schule als ganzheitlichen Prozess, denn Bildung und Gesundheit stärken sich gegenseitig und können in der Lebenswelt Schule positiv beeinflusst werden. An der umfassenden Gesundheitsbildung arbeiten die Bildungsdirektion für Tirol, das Land Tirol, die Österreichische Gesundheitskasse, die Pädagogische Hochschule Tirol und die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau zusammen. Sie werden unterstützt von rund 40 Partnerorganisationen.
Der Arbeitskreis betreut viele Initiativen. Beispielsweise werden Tiroler Schulen seit vielen Jahren dabei begleitet, Maßnahmen der Gesundheitsförderung umzusetzen und das Gütesiegel Gesunde Schule zu erlangen. Seit 2015 wurden 93 Schulen, 20.500 Schülerinnen und Schüler sowie 2.500 Lehrpersonen erreicht! Im Schuljahr 2025/26 sind sich 9 weitere Schulen auf den Weg zum Gütesiegel.
Eine weitere Initiative ist das Programm „Stark fürs Leben“, das zum Ziel hat, die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu begleiten, sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und ihnen die Werkzeuge für ein erfülltes Leben in die Hand zu geben. Für Lehrpersonen wurde mit der Pädagogischen Hochschule Tirol ein eigener Hochschullehrgang konzipiert.