KI, Sprache und Teilhabe“ standen im Mittelpunkt einer internationalen Online-Session der Pädagogische Hochschule Tirol im Rahmen des ASEF Classroom Network mit rund 100 Lehrkräften aus Europa und Asien.

Im Rahmen des internationalen Bildungsnetzwerks Asia-Europe Foundation (ASEF) gestalteten HS.-Prof. Julia Festman, Dr. Sonja Brunsmeier und Lena Wopfner eine interaktive, englischsprachige Online-Session zum Thema ‚Ethics, Inclusion, and Learner Rights in AI-Enabled Education‘ für ca. 100 Lehrkräfte aus Europa und Asien.

Seit über zwei Jahrzehnten verbindet das ASEF Classroom Network (ASEFClassNet) Lehrkräfte an Sekundar-, Oberstufen- und Berufsschulen in Asien und Europa und bietet ihnen die Möglichkeit, Ideen auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren und kreative Lösungen für gemeinsame pädagogische Herausforderungen zu entwickeln. Das diesjährige Lehrerfortbildungsprogramm ‚Future-Ready Teaching: Human Agency in the Age of AI‘ beschäftigt sich mit der Frage, wie Lehrkräfte KI verantwortungsvoll, inklusiv und pädagogisch reflektiert einsetzen können (siehe: https://asef.org/projects/19th-asef-classroom-network/).
Im Zentrum der internationalen Veranstaltung standen Herausforderungen sprachlicher und digitaler Ungleichheit im Unterricht. Die Vortragenden veranschaulichten und diskutierten mit den teilnehmenden Lehrpersonen, wie sich zum einen Bildungssprache, Mehrsprachigkeit, Dialekte, zum anderen der ungleiche Zugänge zu digitalen Technologien und unterschiedliche Kenntnisse im Umgang mit KI-Anwendungen auf Lernchancen und Wohlbefinden sowie Teilhabe und Lernendenrechte von Schüler:innen auswirken können. Dabei wurde auch kritisch reflektiert, welche Chancen, aber auch Risiken KI-gestützte Übersetzungs- und Assistenzsysteme mit sich bringen – etwa im Hinblick auf Bias, stereotype Darstellungen oder fehlerhafte Informationen.
Im Vortrag wurden Fragen von sprachlicher Vielfalt, digitaler Ungleichheit und Teilhabe im KI-gestützten Unterricht thematisiert. Die Vortragenden zeigten anhand eines konkreten Beispiels aus dem Fachunterricht (Fach Ernährung und Haushalt) auf, wie sprachliche Hürden Lernprozesse beeinflussen können – etwa, wenn Rezepte, Arbeitsaufträge oder fachliche Begriffe aufgrund von fehlenden Kompetenzen in der Bildungs- und Fachsprache nicht vollständig verstanden werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kritischen Reflexion KI-gestützter Übersetzungssysteme. Anhand eines traditionellen regionalen Gerichts – den ‚Schlutzkrapfen‘ – wurde aufgezeigt, dass KI-Anwendungen kulturelle Inhalte teilweise stereotyp darstellen oder fehlerhafte Informationen generieren können. Damit verbunden diskutierten die Teilnehmenden Herausforderungen wie Bias in KI-Systemen, die Dominanz großer Sprachen im digitalen Raum sowie die Frage, wie sprachliche und kulturelle Vielfalt in KI-gestützten Lernumgebungen berücksichtigt werden kann.
Mit ihrer Expertise im Bereich Sprachbildung und sprachsensibler Didaktik zeigten die drei Vortragenden fundiert sowie praxisnah auf, wie Lehrkräfte KI nicht nur technisch nutzen, sondern didaktisch reflektiert einsetzen können, um Inklusion, Chancengerechtigkeit und den Aufbau sprachlicher Kompetenzen zu fördern. Der internationale Austausch mit Lehrkräften aus unterschiedlichen Bildungskontexten machte deutlich, dass Fragen von Sprache, Teilhabe und digitaler Gerechtigkeit global zentrale Zukunftsthemen einer menschenzentrierten KI-Bildung sind.