Neues, österreichweit einzigartiges Studium qualifiziert ab Herbst Fachleute für Lernschwierigkeiten – Schule, Gesellschaft und Wirtschaft profitieren

Ende August 2026 unterzeichneten die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Tirol (PH Tirol) Regine Mathies und die Rektorin der Privatuniversität UMIT TIROL Margit Raich einen Kooperationsvertrag für ein neu eingerichtetes außerordentliches Masterstudium, das Lehrer:innen, Pädagog:innen, Psycholog:innen oder Logopäd:innen an und außerhalb von Schulen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten, ADHS oder Autismus qualifiziert. Der Vertrag markiert die erste strategische Partnerschaft der beiden Tiroler Hochschulen, die damit ihre strukturellen, organisatorischen und fachlichen Ressourcen gewinnbringend bündeln, um einen Bedarf mit großem Nutzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung zu decken. Denn: Zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich erleiden aufgrund von Lernschwierigkeiten persönliche Nachteile, die zu erheblichen volkswirtschaftlichen Folgekosten führen. Genau hier setzt das neue Studienangebot an und bildet qualifizierte Fachleute für multiprofessionelle Teams an Schulen aus.

Hoher Bedarf für ganz Österreich: Fehlende Förderung führt zu Folgekosten
Zehn Prozent der Kinder in Österreich verfügen u.a. aufgrund von Lernschwierigkeiten am Ende der Volksschule über unzureichende Kenntnisse in Mathematik und Deutsch (vgl. Nationaler Bildungsbericht 2018, 2021). Jeder zehnte Jugendliche läuft dadurch Gefahr, nicht in vollem Umfang an Wirtschaft und Gesellschaft teilhaben zu können. Daraus resultieren neben psychischen und materiellen Problemen der Betroffenen, wie ein erhöhtes Risiko von Arbeitslosigkeit, auch erhebliche volkswirtschaftliche Folgekosten, z.B. durch fehlende Fachkräfte, die zumindest teilweise vermeidbar wären. Eine zentrale Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderung kommt den Schulen zu.

Strategische Partnerschaft mit großem Nutzen für Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft
„Mit dem Studium ‚Spezifische Lernförderung und Beratung‘ decken wir einerseits einen spezifischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedarf, andererseits ermöglichen Absolvent:innen auch eine Entlastung und Qualitätssteigerung im Unterricht: Lehrpersonen können sich vermehrt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, während Kinder mit entsprechendem Bedarf individuell und gezielt von hochqualifizierten Fachleuten gefördert werden. Präventiv können somit perspektivisch auch Folgekosten für Wirtschaft, Gesundheit und Gesellschaft vermieden werden“, freuen sich Rektorin Regine Mathies von der PH Tirol und Rektorin Margit Raich von der Privatuniversität UMIT TIROL bei der Unterzeichnung des Vertrags und sind sich einig: „Das gemeinsame Studium markiert den Beginn einer strategischen Partnerschaft, die vielversprechend ist, kann doch die Expertise beider Hochschulen ideal gebündelt werden.“

Neues Studium im Herbst: Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS professionell begegnen
Das neue außerordentliche Masterstudium „Spezifische Lernförderung und Beratung“ von PH Tirol und UMIT TIROL, das im Oktober 2026 erstmals in Österreich angeboten wird, richtet sich nicht nur an Lehrer:innen und Pädagog:innen, sondern auch an Psycholog:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Personen in nahestehenden Berufen, die bisher nicht ohne weiteres im Schulraum arbeiten konnten. Mit dem Bestreben vonseiten des Bildungsministeriums, multiprofessionelle Teams an Schulen zu etablieren, entstehen neue Arbeitsmöglichkeiten an Schulen für Absolvent:innen auch ohne Lehramtsstudium.
In sechs Semestern bildet das außerordentliche Masterstudium fachlich vorgebildete Personen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Legasthenie, Dyskalkuie, ADHS und Autismus aus, für Kinder also, die besondere Schwierigkeiten beim Erwerb von Lese-, Rechtschreib- bzw. numerisch-rechnerischen Fertigkeiten aufweisen bzw. aufgrund von Aufmerksamkeitsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten Unterstützung benötigen.

Studium unterstützt Arbeitsmarkt, verspricht Entlastung und Steigerung der schulischen Qualität
Mit einer spezifischen Förderung können Betroffene später besser in Arbeitsmarkt und Gesellschaft integriert werden. Auch die Schulen profitieren: Die Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernschwierigkeiten erfordert spezifisches Fachwissen, um eine wirksame Förderung zu gewährleisten. Dieses Fachwissen wird im Zuge des neuen Studiums herausgebildet und kann u.a. in multiprofessionellen Teams an Schulen vielversprechend eingesetzt werden: Während Lehrpersonen primär für Unterricht und pädagogische Gestaltung zuständig sind, können Psycholog:innen, Ergotherapeut:innen oder Logopäd:innen Kinder und Jugendliche mit entsprechendem Bedarf individuell begleiten. Dadurch steigen Effizienz und Qualität im Bildungsbereich, Lehrpersonen werden entlastet und bleiben auf die Kernaufgaben fokussiert, während Kinder mit Bedarf gefördert werden und damit den Anschluss nicht verlieren.

Anmeldung bis Ende September und weitere Infos unter lernfoerderung-ma@ph-tirol.ac.at sowie auf der Webseite der PH Tirol.

Statements

Rektorin der Pädagogischen Hochschule Tirol Regine Mathies

„Wenn sich Schulen öffnen, um mit multiprofessionellen Teams Unterrichtsqualität zu steigern, Lehrpersonen zu entlasten und Schüler:innen effizient und professionell zu fördern, öffnet sich ein weites Wirkungsfeld. Diese aktuelle Entwicklung begrüßen wir als Pädagogische Hochschule nicht nur, sondern greifen sie auch aktiv auf. Wir freuen uns daher sehr, dass es mit dieser neuen Kooperation gelungen ist, die Übereinstimmung in den Anliegen der beiden Hochschulen ebenso wie Überschneidungen und Synergien von hochschulischer Expertise und Kompetenzen optimal zu verbinden. Wir verstehen diese strategische Ausrichtung auch als unseren Beitrag dazu, das Bestreben, multiprofessionelle Teams an Schulen zu etablieren, zu stärken.“

Rektorin der Privatuniversität UMIT Tirol Margit Raich

„Mit diesem Studium schaffen wir eine Qualifizierung, die weit über den schulischen Bereich hinaus wirkt. Gut ausgebildete Fachkräfte können Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten frühzeitig und gezielt unterstützen. Frühe Förderung verbessert Bildungs- und Entwicklungschancen unserer Kinder und Jugendlichen. Gemeinsam mit der PH Tirol leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zu einem inklusiven und zukunftsorientierten Bildungssystem mit großem Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.“