Die 10. Berufsbildungsforschungskonferenz mit 250 Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus dem gesamten DACH-Raum widmete sich dem Thema Zukunft der Berufsausbildung und Arbeitswelt.

10. Berufsbildungsforschungskonferenz zum Thema „Quo vadis Arbeitswelt? Berufliche Praxis und berufliche Bildung auf dem Prüfstand“

Von 1. bis 3. Juli fand mit der 10. Berufsbildungsforschungskonferenz der wichtigste österreichische Kongress zur Forschung in der Berufsbildung statt, der 250 Teilnehmer:innen aus dem gesamten DACH-Raum zum Thema Zukunft der Berufsausbildung und Arbeitswelt zusammenbrachte: Angehörige von Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen diskutierten mit Partner:innen aus Bildung, außeruniversitärer Forschung, Bildungspolitik und Wirtschaft, wie AMS, Bildungs- und Arbeitsministerium, WIFO, AK, IHS oder ÖFIB sowie mit Unternehmer:innen und Lehrlingsausbildner:innen. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz fand an der Uni Innsbruck und an der Pädagogischen Hochschule Tirol statt und wurde federführend vom Institut für Berufspädagogik der Pädagogischen Hochschule organisiert.

Wie entwickelt sich das Arbeitsleben der Zukunft und auf welche Weise müssen daher Fachkräfte, Schüler:innen und Lehrer:innen ausgebildet werden? Was bedeuten Herausforderungen wie der demographische Wandel und Digitalisierung für ganze Berufsfelder und die Fachkräfteausbildung? Inwieweit müssen Berufsbilder überarbeitet und Lehrpläne an den Schulen und Hochschulen daran angepasst werden? Solche Fragen sowie weiterführende Themen, wie Future Skills, Passung und Wandel des Arbeitsmarkts, Migration, oder KI sind nur einige von vielen Aspekten, die im Rahmen der 10. Berufsbildungsforschungskonferenz diskutiert wurden.

Die Berufsbildungsforschungskonferenz (BBFK) wurde 2008 ins Leben gerufen, um die Berufsbildungsforschung in Österreich zu fördern. In einem reflexiven Round Table zum Auftakt der 10. BBFK wurde deutlich, dass der Kongress in seinem fast 20-jährigen Bestehen tatsächlich zum treibenden Motor für die Forschungslandschaft in diesem Bereich geworden ist. Die diesjährige Konferenz wurde von der PH Tirol hauptverantwortlich veranstaltet und fand in Kooperation mit der Universität Innsbruck und der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen statt.

Programm mit breitem Themenspektrum und vielfältigen Formaten
Eröffnet wurde die Konferenz mit einem Round Table, der die Rolle der Konferenz für die Profilierung der Berufsbildungsforschung in Österreich selbst reflektierte, und die bisherigen Organisator:innen, darunter die außeruniversitäre Forschungseinrichtung 3s Research & Consulting, der OeAD, die Uni Klagenfurt, die Uni Innsbruck und die PH Tirol an einen Tisch brachte.
In ihrer Keynote beschäftigte sich Nicole Naeve-Stoß von der Universität St. Gallen mit der Zukunft des Lernens in der Berufsausbildung bzw. der beruflichen Bildung. Ralph Hippe vom Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) sprach über KI, digitale Kompetenzen und Berufsbildung in Europa. In insgesamt über 80 Paper-Präsentationen, Diskussionsrunden und anderen Formaten der dreitätigen Konferenz wurden Themen, wie Berufsorientierung, Future Skills, Passung am Arbeitsmarkt, Migration, KI, Wandel der Arbeitswelt oder betriebliche Lernprozesse diskutiert. Eines der Dialogforen – in denen sich Expert:innen und Forscher:innen miteinander zu Themen austauschen, widmete der Berufsbildung der Zukunft: PH Tirol Rektorin und Expertin für Berufsbildung Regine Mathies diskutierte dafür mit dem Wissenschaftler Bernd Gössling von der Uni Innsbruck sowie mit Fachleuten aus dem Arbeits- und Wirtschaftsministerium, der AK, und der WKO diskutierten.

Im Rahmen der Konferenz wurde auch der Preis für Nachwuchsforscher:innen vergeben, der vom Bildungsministerium gefördert wird. Diesmal wurden zwei herausragende Dissertationen ausgezeichnet, die sich zum einen mit der Rolle von Ausbilder:innen in Überbetrieblichen Bildungsstätten und zum anderen mit den ungleichen Bildungsverläufen von Jugendlichen beschäftigen.

Statements

Bildungsminister Christoph Wiederkehr

„Die Beschäftigung mit der Berufswelt, insbesondere mit der Berufswelt von morgen, ist unglaublich wichtig, um einen Planungshorizont herzustellen und Kinder und Jugendliche gut auf die Zukunft vorzubereiten. Das ist heutzutage aufgrund des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels und Erscheinungen wie KI oder Digitalisierung gar nicht so einfach. Berufsbildung und Berufsorientierung in den österreichischen Schulen zu stärken, sehe ich als meine Aufgabe als Bildungsminister, um eine passende Berufswahl, Zufriedenheit im Leben und einen starken Beitrag zur Gesellschaft zu ermöglichen. Für den Beitrag durch die Konferenz und durch die Forschung zur Berufsbildung möchte ich mich sehr herzlich bedanken und wünsche allen Teilnehmenden ein gutes Gelingen.“

Rektorin Regine Mathies

„Ich freue mich ganz besonders, dass die Pädagogische Hochschule Tirol diese Konferenz hier in Innsbruck veranstaltet hat. Als aus der Berufsbildung kommende Rektorin einer Pädagogischen Hochschule ist es für mich besonders schön zu sehen, dass Pädagogische Hochschulen zwischenzeitlich unverzichtbare Partnerinnen in der Berufsbildungsforschung geworden sind. Ihre Expertise in der Pädagog:innenbildung, ihre Nähe zur Praxis und ihre Rolle an der Schnittstelle von Wissenschaft und Bildungspraxis sind essentiell, um die drängenden Fragen und Herausforderungen beruflicher Bildung und Arbeit evidenzbasiert zu analysieren, kritisch zu reflektieren und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Ebendiese Fragen standen im Zentrum dieser drei Tage.“

Vorsitzender der Konferenz Mario Vötsch

„In Zeiten einer rasanten und umfassenden Transformation der Arbeitswelt stehen die berufliche Bildung und die berufliche Praxis auf einem Prüfstand. Unsere Konferenz hat daher versucht, verschiedene Spannungsfelder zwischen Ausbildung und Lehre, Forschung und Praxis aufzugreifen und aus verschiedenen Perspektiven kritisch zu diskutieren. Dabei ging es immer auch um die gesellschaftliche Relevanz der Berufsbildungsforschung, darum also, wie sie zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen kann. Abgesehen davon bietet die Konferenz eine wichtige Möglichkeit zur internationalen Vernetzung und setzt ein wichtiges Zeichen der Berufsbildungsforschung, deren Sichtbarkeit gerade in Österreich noch immer Potential nach oben hat.”