„Zukunftstaugliches Unterrichten: Menschliche Handlungsmacht (Human Agency) im Zeitalter von KI“

Wie können Lehrkräfte im Zeitalter von KI handlungsfähig bleiben und wie lässt sich Unterricht zukunftstauglich, menschengeführt und ethisch gestalten?

Um diese Frage drehte sich vom 21. bis 25. September 2026 alles an der Pädagogischen Hochschule Tirol. Gemeinsam mit der Asia-Europe Foundation (ASEF) war sie Gastgeberin der 19. Konferenz des ASEF Classroom Network, die damit erstmals in Österreich stattfand. Dass die Wahl auf Innsbruck fiel, verdankt sich unter anderem der Expertise der PH Tirol als österreichische Vorreiterin in der KI-Didaktik.

Von Singapur bis Slowenien

Ob aus Singapur, Kambodscha, China oder Australien, aus Bulgarien, Großbritannien, Slowenien oder Italien: Fünf Tage lang saßen in Innsbruck Menschen an einem Tisch, die sonst Tausende Kilometer und mehrere Zeitzonen trennen. Rund fünfzig Bildungsexpert:innen, Lehrpersonen, Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen brachten ihre Erfahrungen aus sehr unterschiedlichen Schulsystemen mit. Sie arbeiteten gemeinsam zum Thema „Zukunftstaugliches Unterrichten: Menschliche Handlungsmacht (Human Agency) im Zeitalter von KI“. Bildungs- und Computerwissenschaften trafen auf Philosophie und Soziologie, Forschung auf Praxis. Die Runde reichte von der Cambridge University über die Nanyang Technological University bis zur Beijing Normal University. So verschieden die Perspektiven auch waren, so war die dahinter stehende Frage doch dieselbe.

Der Mensch gibt die Richtung vor

Den Ton setzte Keynote-Speaker Kevin Martin von der Cambridge University. Er stellte die weitverbreitete Annahme infrage, dass die Zukunft des Unterrichtens von Technologie bestimmt werde, und rückte stattdessen die menschliche Führung in den Mittelpunkt. Maya Van Leemput, Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für Zukunftsvorstellungen und Co-Creation, konkretisierte die Debatte und stellte die Frage: Was passiert tatsächlich, wenn ambitionierte KI-Strategien auf die lebendige Realität im Klassenzimmer treffen?

Was bleibt

Die Konferenz bildete den Höhepunkt eines mehrmonatigen Programms. Rund 220 Bildungsexpert:innen hatten darin Unterrichtsideen zum KI-Einsatz für konkrete Schulfächer entwickelt und erprobt. In Innsbruck wurden diese präsentiert und die besten mit dem ASEF-Preis für innovative Lehre ausgezeichnet. Sie stehen künftig weltweit als Open Educational Resources zur Verfügung. So geht von Innsbruck ein Beitrag in Klassenzimmer auf der ganzen Welt.

Bildung bleibt menschlich