Zur Person

Cathrin Reisenauer ist Erziehungswissenschaftlerin, Pädagogin und systemisch ausgebildete Beraterin.
Schule, so ihre Überzeugung, kann mehr sein als ein Ort des Lernens – sie kann Kindern und Jugendlichen Halt geben, das Gefühl dazuzugehören und die Basis für ein Leben in Gemeinschaft schaffen.
Als Lehrerin in der Sekundarstufe und später als Beratungslehrerin für Inklusion und sozial-emotionale Entwicklung hat sie erlebt, was an Lernen und Entwicklung möglich ist, wenn Schule diese Verantwortung ernst nimmt. Und was geschehen kann, wenn sie es nicht tut. Diese Erfahrung hat auch ihre wissenschaftliche Arbeit geprägt – und umgekehrt. Sie forschte und lehrte an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Österreich und Deutschland zu pädagogischem Handeln und schulischer Inklusion, begleitete Lehrpersonen, Eltern, Kinder, multiprofessionelle Teams und Institutionen – und arbeitete daran, Lehrerinnen- und Lehrerbildung so zu gestalten, dass sie der Wirklichkeit in den Schulen standhält.
Schule ist heute mit einer Vielfalt konfrontiert, die sie fordert: Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Sprachen und Lebenswelten, manche von Armut, Trauma oder Ausgrenzung betroffen. Das verlangt eine Schulkultur, in der Zugewandtheit und Anerkennung das Fundament pädagogischer Beziehungen sind – nicht Zusatz, sondern Kern.

Für Cathrin Reisenauer hat das einen klaren Rahmen: Inklusion – als Menschenrecht, orientiert an der UN Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention. Das bedeutet: Zugang zum gemeinsamen Unterricht für alle sichern, notwendige Unterstützung bereitstellen, Diskriminierung und Ausgrenzung aktiv entgegenwirken. Das sind keine Wunschvorstellungen – das sind Verpflichtungen, die Bildungssystem und Gesellschaft gemeinsam tragen. Schule zu gestalten, die das einlöst – die Lernen und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen ermöglicht –, ist Kern ihrer Arbeit: als Forscherin, als Dozierende und Lehrerin, als Beraterin.

Lehramtsstudium (Mathematik, Geschichte & Sozialkunde) und Studium der Erziehungswissenschaften; Dissertation zu Anerkennungspraktiken im schulischen Alltag. Lehrerin der Sekundarstufe I & II, Beratungslehrerin für Inklusion und sozial-emotionale Entwicklung. Seit 2010 Forschung und Lehre in der Lehrer:innenbildung an Universitäten und
Pädagogischen Hochschulen in Österreich und Deutschland.

Funktionen

Vizerektorin für Forschung und Entwicklung