Forschungsethik an der PH Tirol

Forschungsethik gehört zur Planung guter Forschung. In pädagogischen Kontexten arbeitet Forschung häufig mit Menschen, personenbezogenen Daten und besonderen Beziehungsgefügen. Rollen, Verantwortung und Vertrauen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wer ethische Fragen früh mitdenkt, kann Forschungsvorhaben klarer planen, Unterlagen gezielter vorbereiten und mögliche Unsicherheiten rechtzeitig klären. Die Ethikkommission der PH Tirol unterstützt Forschende dabei, solche Fragen einzuordnen und Forschung verantwortungsvoll umzusetzen.
Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der Schutz der an Forschung beteiligten Personen, die Freiwilligkeit und informierte Einwilligung, der Datenschutz sowie mögliche Belastungen und Folgen eines Forschungsvorhabens.

Ethik früh mitdenken und Forschung gut vorbereiten

Ethische Fragen betreffen nicht erst die Einreichung eines Antrags. Sie zeigen sich bereits bei der Planung: Wer wird einbezogen? Wie freiwillig ist eine Teilnahme? Welche Daten entstehen? Welche Belastungen sind möglich? Und welche besonderen Verantwortlichkeiten ergeben sich in pädagogischen Kontexten, etwa durch Rollen-, Macht- oder Abhängigkeitsverhältnisse?
Das Ethiktool bietet dafür einen geeigneten Einstieg. Es hilft, das eigene Vorhaben entlang zentraler Fragen zu reflektieren und einzuschätzen, ob eine Befassung der Ethikkommission sinnvoll oder erforderlich ist. Die Ethikkommission empfiehlt die Nutzung des Ethiktools auch unabhängig von einer Antragstellung.

Eine Befassung der Ethikkommission kann insbesondere sinnvoll sein bei:

  • Forschung mit Kindern und Jugendlichen oder anderen Personengruppen mit besonderen Schutzbedarfen
  • der Erhebung sensibler personenbezogener Daten
  • Audio-, Video- oder Bildaufzeichnungen
  • Forschungsvorhaben mit möglichen Belastungen für beteiligte Personen
  • Forschung im eigenen beruflichen oder institutionellen Umfeld, insbesondere bei bestehenden Macht- oder Abhängigkeitsverhältnissen
  • Vorgaben von Fördergebern oder wissenschaftlichen Zeitschriften
  • Unsicherheiten hinsichtlich forschungsethischer Fragestellungen

Die Ethikkommission prüft auf Antrag die ethischen Aspekte eines Forschungsvorhabens und unterstützt Forschende bei der Klärung forschungsethischer Fragen. Forschungsethische Überlegungen sind dabei ein wesentlicher Bestandteil der Planung und Durchführung verantwortungsvoller Forschung.

Die Begutachtung durch die Ethikkommission ist freiwillig.

Antragsberechtigt sind ausschließlich Mitarbeiter:innen der PH Tirol. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und zur Antragsberechtigung finden Sie in der Geschäftsordnung der Ethikkommission.

Sie sind Mitglied der PH Tirol und möchten ein Ethikvotum zu Ihrem Forschungsvorhaben einholen?

Für die Einreichung von Anträgen nutzen Sie bitte ausschließlich das in der Handreichung „Einzureichende Unterlagen beim Antrag auf ethische Begutachtung eines Forschungsvorhabens“ beschriebene Vorgehen.

Nach der Einreichung eines Antrags und der Prüfung der ethischen Aspekte des Vorhabens erfolgt eine schriftliche Rückmeldung in Form eines Votums. Dieses kann auch Hinweise zur Ergänzung oder Präzisierung der Unterlagen sowie für die weitere Bearbeitung enthalten.