Essen lehren und lernen in der Volksschule für Unterricht und Ganztagesbetreuung
Ernährungsbildung stellt einen unverzichtbaren Bestandteil ganzheitlicher Bildung in der Primarstufe dar. Sie trägt wesentlich dazu bei, Kinder in ihrer körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung zu unterstützen und bildet die Grundlage für ein gesundheitsförderliches und verantwortungsbewusstes Leben. Eine ausgewogene Ernährung ist dabei nicht nur Voraussetzung für Lern- und Leistungsfähigkeit, sondern auch für das langfristige Wohlbefinden von Kindern.
Im Kontext schulischer Bildung geht Ernährungsbildung jedoch weit über die reine Wissensvermittlung hinaus. Sie umfasst die Förderung von Kompetenzen, die es Kindern ermöglichen, Lebensmittel bewusst wahrzunehmen, kritisch zu hinterfragen und eigenständig Entscheidungen zu treffen. Ziel ist es, junge Menschen zu mündigen Konsumentinnen und Konsumenten zu befähigen, die ihr Ernährungsverhalten reflektieren und nachhaltig gestalten können.
Gerade in der Primarstufe bietet sich die Chance, durch erfahrungsorientiertes und handlungsbasiertes Lernen nachhaltige Einstellungen und Gewohnheiten frühzeitig zu prägen. Ernährungsbildung knüpft dabei an die Lebenswelt der Kinder an und verbindet gesundheitliche, ökologische, ökonomische sowie soziale Aspekte. Sie leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zur Förderung einer verantwortungsvollen Esskultur.
Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen wie veränderten Ernährungsgewohnheiten, steigenden Gesundheitsrisiken und globalen Nachhaltigkeitsfragen kommt der Schule eine zentrale Rolle zu. Sie fungiert als Lern- und Erfahrungsraum, in dem Kinder Kompetenzen erwerben, die sie zu einem selbstbestimmten und gesundheitsbewussten Handeln im Alltag befähigen.
Der kinder.kulinarik.lern.weg verfolgt die Vision, (angehende) Primarpädagog:innen, Essbegleiter:innen, Freizeitpädagog:innen und Schulassistent:innen in folgenden vier Feldern zu professionalisieren:
- Organisation und Küchenmanagement
- Grundlagen der Ernährung
- Planung und Durchführung von Ernährungsprojekten
- Kochwerkstatt
Ziel ist, dass
- Schüler:innen für eine optimale Ernährungsweise zur alltagstauglichen Lebensgestaltung praxisnah und wissenschaftsbasiert begeistert werden.
- Schüler:innen in ihrem Bildungsweg eine mehrdimensionale Lebenskompetenz entwickeln können, die von einer ganzheitlichen Ernährungskultur geprägt ist.
- die zukunftsorientierte Ernährungsbildung von professionalisierten Lehrer:innen, Essbegleiter:innen, Freizeitpädagog:innen und Schulassistent:innen pädagogisch begleitet wird.
Wir servieren:
- wissenschaftsbasierte Informationen und zukunftsorientierte Lernmaterialien
- fachdidaktische Werkzeuge für die praxistaugliche und experimentelle Umsetzung in der Schule
- Information und Lernmaterialien
- Fortbildung in einer Seminarreihe für die Primarstufe (55 UE)
- Wahlfach in der Ausbildung Primarpädagogik (5 ECTS)
Ein Lernraum bezeichnet den Ort oder Rahmen, in dem Lernen stattfindet. Das kann sein:
- ein physischer Raum (Klassenzimmer, Werkstatt, Labor)
- ein digitaler Raum (Lernplattform, Online-Kurs)
- ein pädagogisch gestalteter Raum, der bestimmte Lernformen ermöglicht (z. B. Gruppenarbeitszonen) (Aschemann, 2019; Rummler 2014).
Ein Lernfeld ist ein didaktisch geplanter Themen- oder Kompetenzbereich innerhalb eines Lehrplans.
- Es beschreibt inhaltliche Schwerpunkte und berufliche Handlungssituationen, die gelernt werden sollen.
- Wird vor allem im beruflichen Schulwesen verwendet (z. B. in Berufsschulen).
- Ziel ist die Entwicklung von beruflicher Handlungskompetenz (Herkner, 2016).
Das Konzept ist aufbauend über beide Grundstufen zu sehen.
Folgende Räume können erkundet werden:
Ein Klassenraum ist eine pädagogisch wirksame räumliche Lernumgebung, deren visuelle, akustische und haptische Strukturierungsmerkmale das professionelle Handeln von Lehrkräften und das Lernverhalten der Schüler empirisch nachweisbar beeinflussen (Breidenstein, 2004).
Die Forschung zeigt, dass Werkstattkonzepte in der Küche die sichere Anwendung von Koch- und Zubereitungstechniken fördern und ein zentrales Element der Ernährungsbildung darstellen. Lernende wenden Techniken auf Basis von Demonstration und Übung an und entwickeln dadurch praktische Fachkompetenz (Bigga, 2025).
Die „Lernküche“ wird als methodischer Zugang gesehen, bei dem Lernende Ernährungspraxis durch eigenes Tun erfahren. Der Raum fungiert als kompetenzorientierte Lernumgebung, die hygienisches Handeln, Planung, sensorische Wahrnehmung und technische Fertigkeiten systematisch entwickelt (Bartsch & Bürkle, 2013).
Schulgärten bilden ein eigenständiges Lernfeld für Bildung für Nachhaltige Entwicklung und können Teil einer lebendigen Schule sein – es umfasst aber mehr als nur einen Garten. Naturbelassene Ecken, Spielbereiche und Erholungsräume formen sich zu einem Ort, der zum Wachsen, Lernen und Zusammensein einlädt (éducation21, 2025).
Der Bauernhof als außerschulischer regionaler Lernort kann Erlebnis-, Erfahrungs-, Erkundungs- und Handlungsraum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sein. Lernen auf dem Bauernhof trägt dazu bei, Transparenz für uns als Konsumenten von Nahrungsmitteln zu schaffen – vom Erzeuger bis zur Ladentheke und von der Ladentheke bis zum Verbraucher – denn Perspektivwechsel ist ein bewährtes didaktisches Prinzip (Flath, 2009).
Der Essalltag bezieht sich auf die alltäglichen Situationen, in denen Ernährungsbildung stattfindet, insbesondere in der Tagesbetreuung von Kindern in Schulen.
Dabei ist es wichtig, dass Erwachsene Kinder in Bezug auf Essen und Trinken unterrichten und fördern, indem sie gemeinsame Mahlzeiten anbieten und pädagogisches Kochen durchführen (BLE, 2026).
In der Schule wird Ernährungsbildung als Teil des gesamten Schulalltags betrachtet, wobei das Angebot an Speisen und Getränken sowie die Rahmenbedingungen für gesundheitsförderliches Verhalten eine zentrale Rolle spielen (AGES, BMASGK & HVB, 2019).
Die Rolle von Konsum und Markt in der Ernährungsbildung ist entscheidend, um eine nachhaltige und gesunde Ernährung zu fördern. Diese Lernräume beeinflussen das Ernährungsverhalten von Kindern und müssen in der Ernährungsbildung berücksichtigt werden (f.eh, 2023).
Projekte können beispielweise themenbezogene Exkursionen sein (Land schafft Leben, 2026).